Burg Himeji – Wiedereröffnung nach 5 Jahren

Himeji Burg hinter Ästen

Wir waren dabei, als die Burg Himeji nach 5 Jahren Renovierungsarbeiten am 27. März wiedereröffnet wurde. Absolut sehenswert!

So, nun sind wir am Ende unserer Reise in der gleichen Straße in Osaka, wie am Anfang unserer Reise gelandet. Diesmal hieß unser Hotel nicht Toyo, sondern Taiyo xD Das Problem an diesem kleinen Hotelviertel war der fehlende ATM Geldautomat. Man musste ca. 15 min bis zum DENDEN Town (Osakas Akihabara) laufen. Fragt einfach im Hostel nach einer Karte aus dem Viertel, da ist alles wichtige eingezeichnet.

Am Morgen des 27. März haben wir zufällig eine deutsche Backpackerin getroffen, die ihr Hotel suchte. Tanja war allein auf Weltreise und gerade in Japan angekommen. Wir schleppten sie samt Rucksack in den Tamada Supermarkt um die Ecke, um Frühstück zu holen. Tamada ist der billigste Supermarkt, den wir auf der ganzen Reise gefunden haben: Onigiris 65 Yen (46 Cent), Sushi & Bento-Boxen ab 100 Yen, Äpfel ab 80 Yen(in Tokyo um die 300 Yen!).

Himeji – ein Tipp von der Straße

Wir setzten uns zu einigen Obdachlosen auf einen Grünstreifen (wir waren in einem von Osakas ärmeren Vierteln) und frühstückten in der Sonne. Die Männer haben uns dann auf Englisch und Deutsch (!!!) angesprochen und wir quatschten und aßen Wassermelone. Derjenige, der Deutsch konnte, gab uns zwei Geheimtipps: Im Stadtteil Tennoji gibt es viele billige Hotels, die trotz weniger Sterne einen viel höheren Standard als in Deutschland haben. Osaka war online ausgebucht, aber vor Ort gab es viele 10€ Zimmer, also nahmen wir 2 Einzelzimmer im Hotel direkt nebenan. Der zweite Tipp war, dass die älteste und bekannteste Burg Japans, Himeji, an diesem Tag nach 5 Jahren Umbau wiedereröffnet wurde und es sollte dort sogar schon Kirschblüte geben. Also ab nach Himeji! Die zweistündige Fahrt ab Tennoji-Station kostete 1600 Yen (12,30 Euro) pro Strecke und der Eintritt 1000 Yen (7,70 Euro), aber es hat sich gelohnt.

Himeji Burg ganz

Nach traditionell durchgeführter Renovierung wieder top in Schuss

Die Burg Himeji (jap. 姫路城, Himeji-jō) wurde Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet und diente jahrhundertelang als uneinnehmbar. Sie gehört zu den Nationalschätzen Japans und wurde 1993 zum UNESCO Welterbe ernannt. Aufgrund ihrer strahlend weißen Mauern ist sie auch als Burg des Weissen Reihers bekannt. Die Mauern bestehen aus einer Mischung aus Calciumhydroxid, Muschelasche, Hanffasern und Seegras, die das Gebäude vor Feuer, Wind, Regen und Schnee schützen. Man fragt sich natürlich, wieso eine Restaurierung heutzutage so lange dauern musste. Sie wurde von 15000 Arbeitern mithilfe von traditionellen Methoden durchgeführt, ganz ohne Maschinen. Wem die Bilder bekannt vorkommen: Die Burg Himeji war, unter anderem, Kulisse in den Filmen Last Samurai und James Bond – Man lebt nur zweimal.

An diesem Tag war Himeji eine moderne Sicherheitszone

Und gerade weil diese Burg so besonders und kostbar ist, wurde an den Eröffnungstagen rein garnichts dem Zufall überlassen und man konnte sich richtig gut vorstellen, dass die Burg Wehranlage diente. Überall galt es die Massenströme an Besuchern zu leiten und vor Gefahren zu schützen. Hunderte Polizisten, Sicherheitskräfte und Museumsangestellte sorgten sich um die unzähligen Touristen. Mir sind meherere Menschen aufgefallen, die einzig und allein dafür da waren, um mich vor einem niedrig hängenden Balken, oder einer Treppenstufe zu warnen. Ein Traum.

Verteidigungsmauer Himeji Burg

In den Verteidigungsmauern um das Gelände herum finden sich überall Löcher mit geometrischen Formen. Sie dienten zum Feindesbeschuss.

Die Burg hat mit fünf Stockwerken, zwei Stockwerke mehr als die Burg Hikone. Von oben hat man einen herrlichen Ausblick über die ganze Wehranlage, die Stadt und die mystische Dachdekoration. Der Shachi(hoko), ein Fisch mit Tigerkopf, gilt als Amulett gegen Feuerschäden und wurde in Japan oft an Schlössern, Türmen und Toren angebracht, da diese meistens aus Holz konstruiert waren.

Himeji Shachihoko auf Dach

Der Shachihoko, auch Giebelkarpfen genannt, schützt die Holzbauten Japans vor Feuer.

Artefakte und Geschichten aus vergangenen Zeiten

Wie in den meisten japanischen Burgen gibt es aufgrund der Brandgefahr leider so gut wie keine Innenausstattung. In der obersten Etage befindet sich allerdings ein Schrein, den ich leider nicht fotografieren konnte, weil hunderte Japaner ihn an diesem Tag endlich wieder läuten wollten. Er musste vor Jahrhunderten vom Berg weichen, damit die Burg gebaut werden konnte, wurde aber später nach einer einer Naturkatastrophe wieder auf den Berg verlegt (diesmal in die Burg), um die Götter nicht weiter zu erzürnen.

Burg Himeji von innen

Innen ist die Burg leider fast leer.

Wenn ihr Glück habt, funktioniert die Augumented Reality App der Burg Himeji auf eurem Smartphone, dann könnt ihr Krieger und Prinzessinnen aus vergangenen Zeiten (fast) live in Aktion sehen! (Augumented Reality: Man hält also das Smartphone mit der Kamera auf eine bestimmte Stelle und sieht auf dem Display diese Stelle und digitale Projektionen). Dies kann euch helfen die vielen Wartezeiten in der Burg zu verkürzen. Ich hoffe die haben in dieser App auch das berühmte Schlossgespenst zum Spuken erweckt: Das Dienstmädchen Okiku wurde beschuldigt 10 wertvolle Porzellanteller zerbrochen oder gestohlen zu haben und wurde dafür in den Brunnen geworfen, wo man sie wohl heute noch zählen hören kann…

Himeji innen Schaukasten mit Steinornament

Es stehen nur ein paar glaskästen mit originalen steinernen Dachverzierungen herum.

Wenn man das Hauptgebäude verlassen hat, kann man noch den riesigen Burgpark erkunden. Die Wirtschaftsgebäude enthalten wesentlich mehr Informationen und dienen als Museen.

Himeji Burggelände von oben

Das Gelände um das Hauptgebäude herum ist groß und durchdacht angelegt.

Nach zwei wundervollen Stunden mussten wir leider die Burg verlassen. Wir sind dann abends noch mit Tanja im Stadtteil Shinsekai Kugelfisch essen gegangen. Dazu erfahrt ihr aber im Kugelfisch-Special mehr ;)

Öffnungszeiten der Burg Himeji:

27. April bis 31. August: 9-18 Uhr (Letzter Einlass ist um 17 Uhr!)

1. September bis 26. April: 9-17 Uhr (Letzter Einlass ist um 16 Uhr!)

Hier gibt es weitere Informationen zur Burg Himeji.

Anfahrt:

Von Osaka Hauptbahnhof nimmt man einfach einen JR Zug nach Himeji. Die Burg ist dann schon in Sicht und gut zu Fuß zu erreichen.

himeji auf google maps

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