10 Sehenswürdigkeiten in Tokio, die ihr gesehen haben müsst

Shibuya Kreuzung Die Massen drängeln sich über die Kreuzung

Ihr sucht Geheimtipps zu Attraktionen und Sehenswürdigkeiten für einen Städtetrip nach Tokio? Hier unsere Tokio Top 10! Erlebt Maid Cafés, das Parasitenmuseum, den Trash-Freizeitpark und viele weitere tolle Sachen.

 

1. Asakusa – Fußmarsch zum Skytree

Skytree Tokio

Der Skytree von Tokio.

Der größte Fernsehturm der Welt, 634m hoch, so nah und doch so fern. Sollte man gesehen haben, wenn man eine weite Reise nach Japan unternimmt.Wir sind einfach mal losgelaufen und kamen dann 1 Stunde später an. Schnell unterschätzt man die Größe des Turmes. Erst, wenn man direkt davor steht, sieht man: er ist gigantisch! Man sollte unbedingt auch abends hin, da er dann beleuchtet ist und ständig die Farben wechselt. Tja, und wie überall: Warteschlangen. Wer genug Geld hat, kauft sein Ticket vorab im Internet (kostet aber mehr). Alle anderen müssen sich vor Ort ein zeitlich limitiertes Zugangsticket für die Warteschlange des Ticketschalters besorgen (ähnlich wie in Universals Harry Potter Land). Kostenfaktor 2050 Yen (16€) für die 350m Plattform und nochmal 1030 Yen (8 €) zusätzlich für die 450m Platform. War uns viel zu teuer und deshalb gingen wir auf das viel billigere obervation deck von Sunshine City. Ein Muss wenn man einen Städtetrip nach Tokio plant.

Adresse

 

2. Asakusa – Wassertaxi

Himiko Cruise ShipWer Asakusa mal stilvoll verlassen will, kann dies mit einem der futuristischen Wassertaxis in Tokio tun. Die Station befindet sich direkt an der Asakusa Station (Ginza Line) und kostet 740 Yen (6 €). Die Schiffe fahren alle 15 Minuten. Wer will, kann bis zu Odaiba fahren und shoppen gehen.

Haltestellen

 

3. Asakusa – Freizeitpark Hanayashiki

Hanayashiki Rennstrecke

Hier hat schon Baby Schumi trainiert!

Ok, hier kommt mal ein echter Geheimtipp für einen perfekten Städtetrip nach Tokio. Wer mal was wirklich schräges und verrücktes erleben will, sollte unbedingt den Freizeitpark Hanayashiki neben dem Sensoji-Tempel in Tokio besuchen. Der Park kostet 1000 Yen (8 €) Eintritt und dann jeweils nochmal 200-300 Yen (~2 €) pro Attraktion. Der Park ist schon was Älter und bietet 20 Fahrgeschäfte für Kinder an. Er wurde 1853 als Blumenpark gegründet und später im Jahre 1872 zum Tierpark mit Fahrgeschäften und anderen verrückten Attraktionen. Heute gibt es dort keine Tiere mehr. Der Park ist sehr klein aber nutzt seine Fläche durch eine geschickte Wegführung voll aus. Auf jedem freien qm² stehen Blumen. Der Park ist außerdem mitten im Wohngebiet. Das heißt, man hat nicht den wie in Europa gewöhnten Weitblick, sondern eher, wie an einigen Stellen im Phantasialand, die Wohngebäude direkt hinter dem Parkzaun. Stellt euch einfach einen Freizeitpark mitten in Tokio vor. Wir holten uns Tickets, um 2 Fahrgeschäfte fahren zu können. Das erste war das 1949 eröffnete (und Parkälteste Fahrgeschäft) Surprising House. Es ist ein Mad House; man sitzt auf einer Schaukelbank und das Haus dreht sich um einen herum, sodass man denkt man schläge Loopings. Die Bank wird mit 15 Gästen besetzt und dann quietscht es auch schon los. Das Schlimme ist, dass das Ding verdammt schnell ist: Mir wurde superübel. Als nächstes besuchten wir die Geisterbahn des Hanayashiki Freizeitparks. Leute, die coolste Geisterbahn der Welt! Das Ding ist so alt, dass es euch echt einen Schauer über den Rücken jagt. Sogar die Schienen sind schief :D Trashfaktor 100% inklusive Samuraigeistern.

Wer also mal was anderes sehen will, sollte unbedingt in Hanayashiki reinschauen – Tokios Trash-Freizeitpark.

Adresse

 

4. Asakusa – Sensoji-Tempel

Kaminari-mon

Claudia steht vor dem Kaminari-mon.

Unser Hostel befand sich in Tokios Stadtteil Asakusa, am Fluss Sumida. Asakusa ist, neben den Stadtteilen Shinjuku und Shibuya, einer der größten Hotspots für Touristen, die einen Städtetrip in diese Metropole unternehmen. Dies liegt unter anderem am Sensoji-Tempel (Tokios ältester buddhistischer Tempel) und der Nakamise-Einkaufsstraße. An der Kreuzung ist auch die Touristeninfo, wo man sich kostenlose, deutschsprachige Reiseführer und Straßenkarten abholen kann. Will man von der Asakusa Station zum Tempel, durchläuft man als erstes das Kaminari-mon, ein großes buddhistisches Tor mit XXL Lampion. Wie vieles ist es eine Replik (mehrmals abgebrannt und wiederaufgebaut), was Touristen aber nicht daran hindert darauf zuzusteuern wie Fliegen ins Licht. Wenn man es durchschritten hat, landet man auf der Nakamise-Einkaufsstraße. Reiseführer beschreiben es als „250m lange Einkaufsstraße mit alteingesessenen Läden aus der Edo-Zeit“. Ich nenne es Touristraße 0815. Es gibt hier jeden Kitsch, den man als Tourist braucht, sogar die super seltenen Postkarten, aber leider keine alteingesessenen Läden, die etwas handwerkliches verkaufen. Also schnell links, oder rechts dran vorbeilaufen und in den Sensoji Tempel. Eine wirklich schöne und großflächige Tempelanlage inkl. fünfstöckiger Pagode mit Überresten vom Buddha (gespendet von Singapur), die man leider nicht sehen darf. Ich habe den Tempel an einem Sonntag besucht (Eintritt frei) und durfte noch eine klassische japanische Theateraufführung von Schulkindern sehen.

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5. Meguro – Das Parasitenmuseum

Parasitenmuseum Tokio

Wurmhirn im Parasitenmuseum. Foto von Guilhem

Das Parasitenmuseum ist nichts für Leute, denen beim Essen schlecht wird, wenn man über ekelige Sachen spricht. Das Forschungszentrum und Museum wurde 1953 dank der privaten Gelder von Dr. Satoru Kamegai gegründet und stellt in Formaldehyd eingelegte Exemplare von Parasiten in ihrer natürlichen Umgebung aus. Eine bizarre Sehenswürdigkeit also. Der Eintritt ist frei. Bedenkt, dass montags geschlossen ist, damit ihr nicht so dumm dasteht, wie wir :) Viel Ekel wünschen wir euch bei diesem Geheimtipp für Tokio xD

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6. Ikebukuro – Sunshine City

Tokio von oben

Oh wie toll! Tokio nachts, aus 250 m Höhe!

Seit über 30 Jahren existiert nun schon das 240m hohe Hochhaus in Tokio. Als es damals fertiggestellt wurde, war es Asiens höchster Wolkenkratzer. Auch heute noch ist es imposant und bietet einen tollen Ausblick über Tokio. Wir entschieden uns für Sunshine City, da es mit 620 Yen (4,50 €) Eintritt viel günstiger als der Sky Tree ist und, im Gegensatz zur kostenlosen Aussichtsplattform des Rathauses, auch bei Dunkelheit offen hat.

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7. Harajuku – Kunsthaus Design Festa Gallery

Design Festa Gallerie 2 Stock

Auch die Wände sind volle kleiner Kunstwerke.

Wer nach seinem Shopping Trip in Harajuku noch etwas künstlerische Inspiration braucht, sollte unbedingt diesen Geheimtipp für Sehenswürdigkeiten beherzigen. Nicht unweit der bekannten Shoppingstraße Takeshita-dori befindet sich die Design Festa Gallery. Hier stellen kleinere Maler und Studenten ihre Kunstwerke aus. Sie können dort nämlich sehr günstig die Räume Mieten (ähnliches Konzept wie das Essener Unperfekthaus, nur dass der Eintritt frei ist). Man lernt viele kommunikative Menschen kennen. So trafen wir einen japanischen Stop Motion Filmemacher, eine Kunstprofessorin aus Hiroshima und eine kanadische Künstlerin. Ich war total hin und weg von einem sehr phantasievollen Bild und Claudia überzeugte mich davon, nach dem Preis zu fragen (als ob ich mir ein Bild leisten könnte O_o). Das Bild kostete nur 2000 Yen (15€)!!!! Der Maler machte Luftsprünge und ich auch. Mein erstes eigenes Bild, ausgerechnet aus Tokio! Unbedingt sollte man auch noch das hauseigene günstige Café aufsuchen, wo man zwischen echten Bäumen mitten in Tokio leckere Cocktails trinken kann.

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8. Shibuya – Kreuzung & Hachiko

Shibuya Kreuzung Start

Die Massen warten darauf die Kreuzung zu überqueren

Ein absolutes Muss: Tokios berühmt-berüchtigte Kreuzung in Shibuya, wo zur Rush Hour pro Ampelphase bis zu 15.000 Menschen die Straße überqueren. Einfach zur Shibuya Station fahren, den Ausgang Hachiko nehmen und den Wahnsinn bewundern. Einen super Ausblick hat man im Starbucks, oder im Gang im ersten Stockwerk, zwischen Bahnhof und Kaufhaus. Unbedingt noch mit der Hachiko-Statue ein Foto machen. Dieser Hund ist ein echter japanischer Nationalheld (er verkörpert die bedingungslose Treue gegenüber seinem Herrn). Auf keinen Fall den dazugehörigen Film mit Richard Gere gucken!!! Ihr werdet weinen.

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9. Marunouchi – Kaiserliche Gärten

Kaiserlicher Garten Turm

Eine der wenigen erhaltenen Gebäude im kaiserlichen Garten.

Wir entschieden uns am Samstag um 13 Uhr die 2,5 Stunden lange Free walking Tour zu den kaiserlichen Gärten mitzumachen. Die Tour ist tatsächlich komplett kostenlos und die Leute wollen nichtmal Trinkgeld. Perfekt für einen günstigen StädtetripMan bekommt viele nützliche Infos zu Tokio und erkundet das Gelände des ehemaligen Shogun-Palastes. Dort besichtigt man, unter anderem, die Stelle wo es zum Kampf zwischen Kamei Korechika und Asano Naganori, welcher dabei getötet wurde, kam. Dieser Kampf löste die Ereignisse der berüchtigten 47 Ronin aus (zuletzt historisch inkorrekt mit Keanu Reeves verfilmt). Schade ist, dass im ganzen Park so gut wie kein Gebäude mehr steht. Es ist somit der Phantasie überlassen, wie es dort aussah. Die Guides sind total lieb und engagiert. Ich finde es toll, was sie da machen, aber man sollte sich im Klaren darüber sein, dass man 2,5 Stunden durch einen nahezu leeren Garten läuft. Eine Sehenswürdigkeit für Leute mit viel Vorstellungskraft also. Übrigens räumte ein Guide ein klassisches Vorurteil aus: Die Japaner tragen die weißen Atemschutzmasken nicht (nur) wegen der Angst vor Krankheiten, oder gar dem Smog, sondern wegen den Pollen. Das ist eine echte japanische Volkskrankheit. Wer übrigens den Kaiserpalast nebenan besichtigen will, muss vorher hier eine Reservierung machen.

Adresse

 

10. Akihabara – Das Maid Café

Akihabara Maidcafe 2

Ein japanischer Gast flirtet mit einer Maid.

Wer Akihabara (Tokios Technikviertel) besucht, dem wird schon früh auffallen, dass überall Japanerinnen in Hausfrauenkostümen (Maids) herumstehen, um Werbung für ihre Cafés zu machen. Davon gibt es dort locker weit über 20. Und das sind nur die, die uns aufgefallen sind. Ein Maidcafé beruht auf einem simplen, aber auch genialen, Konzept: Die schüchternen, meist männlichen, Nerd-Japaner sollen in der Illusion leben, dass sie von hübschen Mädchen in Maid-Kostümen begehrt werden. Diese scheinen direkt aus einem Anime zu entspringen und reden mit hohen Piepsstimmen. Für die Mädels soll es in Tokio mittlerweile Butlercafés geben, davon haben wir aber keines gesehen. Wir wählten mit Sorgfalt unser Café aus, denn die Preise und Warteschlangen sind sehr unterschiedlich. Wir entschieden uns für eines, in dem man nur 600 Yen (4,50€) Eintritt zahlen musste. Am Ende betrug unsere Rechnung für 2 Personen rund 4000 Yen (30 €). Darin enthalten waren der Eintritt für 1 Stunde und zwei teure Getränke deren Verzehr verpflichtend ist. Touristen sind übrigens willkommende Gäste in Maid Cafés.

Maid Tokio

Eine Maid steht im Regen und wirbt mit Quietschestimmchen

An dieser Stelle muss ich mal kurz mein Maid Café Trauma verarbeiten:

Als wir dann von der Empfangskraft in den 6. Stock geschickt wurden, kam die böse Überraschung: Kitschalarm!!!!! Von wegen für einsame Kerle. Alles war pink und schrill! Wir wurden zu unserem Tisch gebracht und mussten erstmal eine Opening-Zeremonie durchlaufen. Mit Liebe ein LED-Teelicht anzünden. IHHH! Aber nicht genug der Folter: Die Drinks sind sehr teuer und super süß (Erdbeerlimes ist da noch das harmloseste). Ich wählte den stärksten Cocktail, um die folgende Stunde zu überleben. Es war wie in einem meiner Alpträume: Gefangen im My Little Pony Land! Die Maids quietschen und hüpften. Jedes Mal, wenn sich ihre Blicke untereinander begegneten, sprangen sie vor Freude in die Luft (stellt euch das mal auf eurer Arbeit vor). Zwischendurch tanzten die auch noch, und natürlich lief schrille Musik. Auf meinen Drink musste ich einige Zeit warten. Als er dann endlich kam (ohhhh habe ich mich nach ihm gesehnt), konnte ich natürlich nicht direkt lostrinken: Ich musste ein Herzchen machen und mir den Worten Moi moi meine Liebe drauf pusten. Dann haben sich alle Maids mit mir „gefreut“. Ein Alptraum. Natürlich muss ich an dieser Stelle nicht erwähnen, dass Claudia quietschvergnügt war und sich an meinem Leiden geweidet hat. Diese Sadistin O_o Nach 1 Stunde ging es dann auch schon (endlich!!!!) raus. Fazit: Tut es nicht!!!! Falls ihr aber japanisch und männlich seit, androgyn, oder einfach nur auf pink steht, immer nur rein mit euch. Da hocken genug andere.

Adresse:

Maid Cafés gibt es in Akihabara an jeder Ecke. Sucht euch das aus, welches euch am besten gefällt :)

 

Hier noch ein wichtiger Tipp, was ihr vermeiden solltet:

Asakusa – Eulencafé

Asakusa Eulencafe

Hier seht ihr die armen Eulen auf kleinsten Raum im Keller eingepfercht ):

Tokio ist bekannt für seine vielen verrückten Cafés. Neben dem Christencafé, oder den zahlreichen Maid Cafés und Katzencafés, gibt es auch Pinguincafés und nun auch Eulencafés, in denen auch Papageien und Tucane gehalten werden. Wir wollten unbedingt hin, aber als wir unser Ziel erreichten, sind wir nicht reingegangen. Warum? Das Café ist eine einzige Tierquälerei: die Wildtiere werden in kleinen Käfigen in einem Kellerraum mitten in Tokio gehalten und den ganzen Tag begrabbelt. Nichts für unseren Städtetrip und nichts für Tierliebhaber. Keine tolle Sehenswürdigkeit!

 

Tokio hat auf jeden Fall genug Bizarres und Verrücktes zu bieten, auch wenn es sehr geordnet und spießig rüberkommt. Wir hoffen, dass ihr Spaß in Tokio habt und würden uns freuen, wenn ihr diese Geheimtipps euren reiselustigen Freunden weiterempfehlen würdet :)

Hier alles zum Stadtbild Tokios:

Tokio by night

 

Ihr wollt mehr Bilder? Bitteschön!

 

3 Kommentare

  1. Einige Sachen habe schon erledigt und auf andere, wie das maidcafe oder den alten Park kann ich getrost verzichten.
    Das einzige was ich mal ausprobieren werde ist evtl. Das Wassertaxi.

    • Wenn du mit dem Wassertaxi unterwegs warst kannst du gerne schreiben wie es war, wir haben es leider nicht gemacht :)

  2. Nun, da ich am 1. September zurückgelehrt bin, muss ich berichten, dass ich das Wassertaxi nicht in Angriff genommen habe.
    Egal kommt noch wenn ich es nicht vergesse.
    Also Tipp: Listen machen für kommende spannende Events

1 Trackback / Pingback

  1. Was ihr über Tokio wissen solltet

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