Underground Party in Tokio – Angriff der Roboter

white decadance roboter

Wir tanzten mit einem Riesenroboter, ließen uns von einem Sailor Moon Barkeeper Drinks mischenund feierten mit Hasen und Gogos. Underground Party in Tokio, hell yeah!

Alle meine Vorstellungen von verrückten Underground Parties in Japan wurden vollends erfüllt, wenn nicht übertroffen. Ich wollte schon immer mit einem Roboter und Freaks in futuristischen, abgefahrenen Kostümen tanzen, wie in den ganzen Dystpoiefilmen. An diesem Wochenende wurden mir meine jugendlichen Prinzessinenträume endlich erfüllt!

FREITAG:

sex pot laden

gruselige Teddys und ein cooler Ladenbesitzer. Leider muss er nächsten Monat schließen.

Am Freitag waren wir in Harajuku auf Shoppingtour. Das ist das Viertel, in dem sich die Jugendlichen und Cosplayer rumtreiben und den Ton in Sachen Tokio streetstyle angeben. Im netten, kleinen Laden „Sex Pot“ fanden wir nicht nur gruselige Plüschtiere, sondern auch einen beleibten, tätowierten und gepierceten Ladenbesitzer, der uns den Tipp für den Abend gab: Eine Bar namens BAR PSY, in der er später auch einen heben wird. Er beschrieb sie folgendermaßen: „Grungemusik und Typen in Frauenklamotten“. Läuft.

Die Bar war im belebten Partyviertel Shinjuku und unterwegs sahen wir die ersten dubiosen Gestalten Japans: Drogendealer und betrunkene Männer in Anzügen, die einen eindringlich anstarrten. Gegenüber von einer Pornovideothek fanden wir dann die winzige Bar im Obergeschoss. Kaum 30 qm groß. Der Ladenbesitzer vom Nachmittag war bereits da und hatte eine niedliche Perücke auf und viel Schminke und Glitter im Gesicht. Die Mädels um ihn herum sahen genauso aus. In einer Ecke wurde auch schon einer von den Barkeepern gestylt, um nachher für uns als eine Art Sailor Moon Drinks zu mixen. Bald waren auch die anderen Barkeeper umgestylt und schmissen eine Runde Jägermeister aufs Haus.

Psy bar freaks

Neue Freunde in der Bar PSY gefunden!

Die Musik war ein Mix aus Grunge, Metal und Britney Spears und im Hintergrund lief eine alte Aufnahme von Metallica bei Rock am Ring. Alle waren gut gelaunt und laut und pfiffen und schrien, wenn sich jemand einen Drink holte, zur Tür hereinkam, oder ging. Preislich war die Bar war in Tokiodimensionen ganz ok: 600 Yen das Bier, 900 Yen der Cocktail. Das einzige Problem waren die Sprachhürden: wir können kein Japanisch, die können kein Englisch. Deswegen konnten wir den Abend über nur mit dem Ladenbesitzer und 2 weiteren Frauen reden.

Ich war fasziniert von der Underground-Barkultur und der Offenheit und Trinkfestigkeit der Leute. Wär toll, wenn es in Deutschland auch manchmal so abgehen würde! Aber einen japanischen Trend aus der alternativen Szene müssen wir wirklich nicht einführen; die stehen total auf diese ekeligen Plastikgartenschuhe D:

SAMSTAG:

Robot at white decadance

Futuristisches Partyflair, fuck yeah :D

Oh fuck, Samstag. Der Plan: White Decadance Party. Eine Underground Party am anderen Ende der City. Das war das einzig Gute, was wir gefunden hatten und es rief gemischte Gefühle hervor: Wir wollten doch eigentlich auf eine Gothic-Party, doch der Veranstalter der Parties in der Decabar, einem SM-Fetisch-Club, muss ja ausgerechnet an diesem Tag eine Party mit Dresscode weiss machen…Die Story dahinter: Am Valentinstag schenken die Mädchen den Jungen Pralinen. Im Gegenzug schenken die Jungs den Mädchen einen Monat später Schokolade. Dieser Tag wird White Day genannt und deswegen gab es auch die ganze Nacht einen Schokobrunnen! Leeecker!

Doch es gab ein Problem: Wir hatten nicht einmal was weisses dabei! Aber da es die einzige freakige Underground Party am Samstag war, mussten wir shoppen gehen. Ich hatte wenigstens schon schwarz-weiss gestreifte Sachen und mir fehlte nur ein Oberteil. Doch Marius musste ewig suchen, bis er sein hammergeiles Zebraman-Kostüm gefunden hatte xD Zum Glück gibt es hier riesige Kaufhäuser wie Don Quijote, die 24/7 offen haben und u.a. auch eine Kostümabteilung enthalten.

Wir kamen am Gebäude an und wurden von einer in weiss gekleideten Puppengesichtfrau in den Aufzug gebeten. Schon im Eingangsbereich waren wir von der Location beeindruckt und belustigt. Das Themenrestaurant Chrtiston Café, das das Flair einer katholischen Kirche bieten sollte, wurde in eine große Disco verwandelt. Unsere Sachen wurden an der Garderobe in praktische, weisse  Müllsäcke gepackt xD Links wurde man von einem Fotografen mit einem Fotoshooting begrüßt und musste dann rechts zur Kasse.

Poledance

Die waren so beweglich! Die eine war mit Männergenen aber klar im Vorteil ;D

Wir haben jeweils 5000 (ca. 40 Euro) Yen Eintritt bezahlt, wobei da 5 Freigetränke dabei waren. Dann gingen wir durch den Vorhang und staunten: Die Halle war voll mit weiss gekleideten Freaks und in der Mitte war eine Bühne mit Laufsteg und Stange aufgestellt. Die Decke war mit Ornamenten und christlichen Darstellungen geschmückt und alle feierten zu Noisuf-X. Der DJ erinnerte mich irgendwie an den verrückten Hutmacher aus Alice im Wunderland, nur mit Plateaustiefeln. Passend dazu lief auch irgendwo jemand in einem Hasenkostüm herum, das aber irgendwie sehr gruselig war. Ein Clown auf Stelzen unterhielt die Menge mit Seifenblasen und auf der Bühne trieb eine Magierin ihr Unwesen. Die Kostüme waren alle irre geil! Korsett und Strapse mit Tüll und Federn, Lolitas, Katzen, Bären, eine Conchita auf Stelzen, Narren, eine Instagram Kamera, Marineoffiziere, Köche, Ärzte, Wolken, Engel, … Wow! Auf dem Weg zum Klo wartete ein Sklave auf seine Auspeitschung, überall posierten die Frauen für Fotos. Und dann kam ein 3 Meter großer Roboter hinterm Vorhang hervor! Marius war völlig aus dem Häuschen und wollte natürlich sofort ein Foto.

MMonika at white decadance

Monika hat mich umgehauen. Tolle Performance!

Die Showeinlagen gingen ununterbrochen weiter. Als nächstes durfte ich mir männliche Gogos angucken und danach konnten wir beeindruckende Poledancerinnen bestaunen. Irgendwann durfte dann auch das Publikum auf dem Laufsteg und an der Stange feiern und die Stimmung war am Höhepunkt. Bilder sagen mehr als tausend Worte, also guckt es euch einfach an. Hier auch noch die Bilder vom offiziellen Fotografen.

Fazit:

Ich will nie wieder auf ne normale Party xD lasst uns Tokiostyle Underground Parties nach Deutschland holen!

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